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Châteaudun | L'émotion grandeur Nature
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* Die Barrikaden und die Verteidigung von Châteaudun

 

Châteaudun steht seit Anfang Oktober unter dem Befehl von General Ernest de Lipowski. Die Einwohner haben in der Stadt 28 Barrikaden errichtet.

 

Am 18. Oktober um 11 Uhr dringt die preußische Kavallerie auf der Straße von Orleans in Richtung Châteaudun vor. Eine halbe Stunde später hört man Sturmläuten in den Straßen: die Soldaten werden auf die Barrikaden geschickt.

 

Eine Militärmacht steht im Osten der Stadt unter dem Kommando von General von Wittich: 12.000 Preußen mit 24 Kanonen und 2 Haubitzen. Gegen Mittag werden sieben Kanonenschüsse in Richtung Bahnhof abgefeuert. Die Schlacht beginnt.

 

Außerhalb der Stadt kommen die Preußen immer näher, um die Eisenbahn einzunehmen. Die Freischärler werden hinter die Barrikaden zurückgedrängt. Die französischen Soldaten fallen unter den Kugeln der deutschen Schützen. Ab jetzt ist Châteaudun von der gesamten preußischen Armee umzingelt und es ist unvorstellbar, zu versuchen herauszukommen.

 

 

 

* Das Eindringen der Preußen in die Stadt

 

Gegen 18 Uhr fällt die Barrikade in der Rue Galante (Rue de Civry); sie liegt allein und zu weit vorne. Die Preußen dringen über den Besitz von Bel Ebat (heute Park des Lycée Emile Zola) ein und greifen die Verteidiger von der Flanke her an. Einige Kämpfer versuchen, sie zurückzuwerfen. Eine Frau kommt einem verwundeten Soldaten zu Hilfe, während ein feindlicher Infanterist von der Mauer stürzt.

 

Das Vordringen des Feindes kann nicht mehr aufgehalten werden. Die Deutschen dringen in Richtung auf den Platz vor. Trotz der Dunkelheit ziehen sich die Freischärler in Richtung Stadtzentrum zurück. Der Straßenkampf beginnt.

 

 

 

* Der Kampf auf der Place centrale

 

Die Preußen versuchen, den Platz einzunehmen. Lipowski befiehlt den Rückzug seiner Leute über die Route de Brou. Aber der Widerstand ist noch nicht gebrochen. Deutsche Kämpfer erreichen den Rathausplatz und dringen bis zum Brunnen vor. Unter dem Befehl von Hauptmann Ledeuil stürzen sich die in der Stadt verbliebenen Freischärler zum Klang der Marseillaise in den Kampf. Es beginnt ein furchtbarer nächtlicher Kampf. Dreimal wird der Feind in die Rue de Chartres (Rue Jean Moulin) und die Rue d'Orléans (Rue de la République) zurückgeschlagen. Man kämpft im Schein der Flammen, der Boden ist mit Leichen übersät.

 

Die Franzosen führen einen letzten Gegenangriff und drängen die feindlichen Truppen vorübergehend zurück. Trotz dieser letzten Mutbeweise verzichten die Verteidiger auf eine Verlängerung des Kampfes, dessen Ausgang ab jetzt hoffnungslos ist. Die letzten Kämpfer ziehen sich unbemerkt über den Faubourg Saint-Jean zurück. Nach dem Knattern der Gewehre liegt Todesstille über der Stadt.

 

 

 

* Die Zerstörung der Stadt durch die Preußen

 

Die Bombardierung von Châteaudun beginnt am 18. Oktober gegen Mittag und hört erst am Abend auf. Ein Hagel von Granaten und Brandraketen geht auf die Stadt nieder mit einem Dutzend Einschlägen pro Minute. Häuser stürzen mit donnerndem Lärm ein. Die öffentlichen Gebäude werden besonders getroffen: die Kirchen Madeleine und Saint-Valérien, deren Türme einstürzen, die Sous-Präfektur, das Zivilgericht, der Bahnhof, die Kaserne der Gendarmerie, das Krankenhaus usw.

 

In der Nacht vom 18. zum 19. Oktober dringen die Preußen in das gesamte Viertel zwischen Bahnhof und Place centrale ein. In kürzester Zeit werden Türen eingetreten, Fenster zerschlagen, Häuser geplündert; die Bewohner werden vergewaltigt oder zur Flucht gezwungen. Wohnhäuser werden in Brand gesteckt, einige von ihnen sind noch nicht verlassen.

 

Im Hotel du Grand Monarque, in dem sich die Preußen ein exzellentes Dinner für 70 Personen hatten servieren lassen, wirft sich die Geschäftsführerin Madame Sénéchal dem General von Wittich zu Füßen und beschwört ihn, das Hotel nicht anzuzünden. Aber der Herzog von Sachsen setzt die Vorhänge in Brand. Das große Gebäude brennt in kurzer Zeit nieder. Der Gasthof Aux Trois Pastoureaux erleidet dasselbe Schicksal.

 

Diese Abscheulichkeiten dauern die ganze Nacht und den folgenden Tag über an. Tausende Kinder, Frauen, Alte flüchten überstürzt auf den Straßen nach Courtalain und Brou.

 

 

 

* Die Gedenkfeiern

 

Die Erinnerung an 1870 stimmt uns traurig, weil sie uns an die blutige Zeit des Kriegs und des Unglücks von Châteaudun erinnert. Aber eine andere Erinnerung muss uns trotz allem froh stimmen: es ist die Erinnerung an die edle Pflichterfüllung und an den Ruhm dieser tapferen Stadt mit ihrem mutigen Widerstand gegen die deutsche Invasion.

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Es gibt bereits ein Denkmal für die Asche unserer auf dem Feld der Ehre gefallen Kameraden, es ist das Monument des Gedenkens und der Trauer; dieses hier ist das Monument des Ruhmes. 

(Auszug aus der Rede von Abbé Saignes, apostolischer Missionar und ehemaliger Pfarrer der Freischärler von Paris, am 18. Oktober 1894 bei der Grundsteinlegung zum Monument der Verteidigung).

 

 

Das Monument der Verteidigung wird am 18. Oktober 1897 eingeweiht. Der Bildhauer Antonin Mercié hat noch weitere Werke zum Patriotismus und zum Krieg von 1870 geschaffen, sowie zahlreiche Grabmäler für Schriftsteller oder berühmte Personen.

 

Die Frau mit einer Mauerkrone auf dem Kopf stellt die Stadt Châteaudun dar. Schwer verletzt bricht sie zusammen und stützt sich auf einen Freischärler aus Paris. Dieser leistet mit dem Gewehr an der Schulter immer noch Widerstand und verschießt seine letzten Patronen.

 



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